Mit Kleidung vor der Kamera ist das so eine Sache: Nicht alles, was in der Realität gut aussieht, kommt auch vor der Kamera gut an. Ein Outfit, mit dem Du in natura super aussiehst, kann Dich in einer Videoaufnahme zum Beispiel blass und farblos machen. Oder es wirkt im Bild irgendwie nur noch wie eine konturlose Fläche. Wenn es ganz schlimm kommt, treten durch falsche Kleidung sogar richtig störende Bildeffekte auf. Das alles schmälert den Gesamteindruck von Dir als Person. Zum Glück lässt es sich leicht vermeiden, wenn Du einige einfache Dinge beachtest.

Welche Kleidung vor der Kamera ?

Was also anziehen vor der Kamera? (Und vor allem: Was nicht?)

Damit Du in Deinen Aufnahmen optimal zur Geltung kommst, habe ich Dir hier die sieben wichtigsten Tipps zusammengestellt, worauf Du bei der Auswahl Deiner Kleidung für den Videodreh achten solltest. So siehst Du in Deinem Outfit dann nicht nur vor dem Spiegel richtig gut aus, sondern auch später auf dem Video-Bildschirm!

1. Der Wohlfühlfaktor 

Die wichtigste Zutat für eine gute Ausstrahlung bist und bleibst Du selbst. Deine Kleidung sollte Dir ein entspanntes und authentisches Gefühl geben. Das heißt, zuallererst muss sie zu Dir passen und Du musst Dich darin wohlfühlen. Also eher ein Lieblingsteil, in dem Du schon einige „gute Auftritte“ hattest, als etwas extra neu gekauftes, in dem Du Dich noch fremd und etwas steif fühlst. Es sollte natürlich gut sitzen und Du solltest Dich gut darin bewegen können.

2. Dem Anlass angemessen

Angemessene Kleidung heißt beim Videodreh: Passend zum Inhalt und der Zielgruppe des Videos. Ein Video ist wie eine Begegnung. Mach Dir klar, dass Du zu einem Gegenüber sprichst. Wer ist das und worum geht es in Eurem „Treffen“?

Als Orientierung kannst Du Dir vielleicht einen Kundentermin vorstellen. Wie ziehst Du Dich dafür an? Eher lässig, im Businesslook oder modisch gestylt? Nimm Dein Date mit der Kamera wichtig. Dazu gehört übrigens auch, die Sachen vorher frisch zu waschen und bei Bedarf auch zu bügeln. Auch wenn Dein Auge ein paar Fältchen vielleicht kaum bemerkt – die Kamera wird es ganz sicher.

3. Schlicht gewinnt

Wähle dezente Kleidung, die Dein Gesicht betont. Die Kleidung soll schließlich im Hintergrund bleiben. (Es sei denn, in Deinen Videos geht es zufällig um Modeberatung, dann ist das natürlich etwas anderes…!) Auffällige Muster, Aufdrucke oder Accessoires können den Zuschauer leicht vom Hauptgeschehen (nämlich dem, was Du zu sagen hast)ablenken. Das Gleiche gilt für jede Kleidung mit vielen Details: Mehrere Schichten, bunte Knöpfe, Schleifen oder zu viel Materialmix wirken leicht irritierend. Vorsicht auch mit baumelndem (womöglich dabei noch klingelndem) Schmuck.

4. Farbe 

Vor allem für Farbe gilt, dass sie über die Kamera oft anders wirkt als in real. Eine Faustregel ist: Nicht zu bunt, im Zweifel eher etwas Einfarbiges wählen. Volle Töne stehen fast jedem und kommen auf dem Computerbildschirm gut rüber. Schwierigkeiten kann es mit sehr grellen Farben geben, vor allem mit grellem Rot.

Vorsicht: Warme Farben wie Rot neigen auch dazu, auf weniger dominante Farben abzustrahlen. So kann zum Beispiel ein rotes Tuch der weißen Bluse einen rosa Schimmer verleihen. Unbedingt vermeiden solltest Du alles Kleingemusterte: kleine Karos, enge Streifen, Fischgräten oder Pünktchen. Diese können in der Aufnahme einen Flimmereffekt erzeugen, das ist dann sehr ärgerlich.

5. Kontrast 

Die Kamera verstärkt Kontraste. Daher sind vor allem ein strahlendes Weiß und pures Schwarz problematisch. Weiß (oder auch andere sehr helle Farben) überfordern leicht das Belichtungsspektrum der Kamera – sie stellt sich dann auf das Helle ein und alles andere erscheint zu dunkel. Schwarz bzw. alle sehr dunklen Farben verlieren in der Aufnahme leicht Zeichnung und können noch dazu den Hautton blass machen. Daher, wenn Du nicht gerade ein absoluter Meister der Beleuchtung bist, vermeide lieber rein weiße oder schwarze Teile.

6. Die Todsünde

Der Alptraum jeder Kamera ist alles, was blitzt und blinkt. Blitzende Reflexe bringen die Beleuchtungseinstellungen durcheinander und lenken noch dazu extrem ab. Also Obacht mit allem Glänzenden. Das gilt nicht nur für Schmuck, Knöpfe und metallisch schimmernde Stoffe. Auch eine Brille kann reflektieren. Wenn Du also beim Dreh eine Brille trägst, dann sollte sie unbedingt entspiegelt sein. (Noch dazu sieht man sonst Deine Augen auch nicht richtig, das wäre schade.)

Übrigens gilt die „Nichts Glänzendes“-Regel auch für Make-up: Über die Kamera wirken glitzernder Lidschatten oder Lipgloss schnell übertrieben „shiny“.

7. Mit Haut und Haar

Auch die Haut soll natürlich nicht glänzen. Scheinwerferlicht macht Schwitzen – daher immer Papiertücher oder ein Handtuch zum Abtupfen bereit halten. Der Klassiker, um glänzender Haut effektiv entgegenzuwirken, ist natürlich Gesichtspuder. (Ja, das gilt auch für Männer!) Kleine „Schwachstellen“ fallen über die Kamera mehr auf. Daher solltest Du Hautunreinheiten mit Make-up abdecken und (als Mann) Dich auch frisch rasieren.

Die Haare wäschst Du am besten möglichst kurz vorher, denn sie wirken vor der Kamera leicht fettiger als sie sind. Ansonsten geht es bei den Haaren vor allem darum, dass sie während der Aufnahme da bleiben, wo sie sind. Fliegende Haare sind nicht nur in Aufnahmen vor einem Green Screen extrem störend. Hier leistet Haarspray gute Dienste. Achte auch darauf, dass die Haare nichts von Deinem Gesicht verdecken.

Noch ein Tipp zum Schluss

Selbst, wenn Du meinst, alles beachtet zu haben: Jedes unerprobte Outfit testest Du am besten immer mit einer Probeaufnahme. Dazu das Bild nicht nur im Monitor der Kamera checken, sondern tatsächlich in großem Format auf dem Computerbildschirm! Denn so wird das Video auch später gesehen werden. Damit ersparst Du Dir unliebsame Überraschungen – und gehst sicher und entspannt in den Dreh.

Juliane Niemann bei Google+

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5 Responses to 7 Tipps für Kleidung und Make-up vor der Kamera

  1. Dragica sagt:

    Vielen Dank Marcus für die vielen tollen Tips :-)

  2. Eva sagt:

    Vielen Dank, liebe Juliane, für die tollen Tips :))

  3. Sandra sagt:

    Danke für die hilfreichen Tipps. Grerade auch den, das Bild vorher auf dem Monitor zu testen.

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