Ob jemand Deinem Call to Action im Video nachkommt und zum Beispiel seine Mailadresse auf Deiner Homepage abgibt, Deinen YouTube-Kanal abonniert oder ein Produkt kauft, das du im Video vorstellst, ist letzten Endes eine Gefühlsentscheidung. Menschen treffen Entscheidungen aufgrund von Emotionen – erst im Nachhinein werden solche Entscheidungen dann mit logischen Argumenten gerechtfertigt.

Wie aber erzeuge ich mit meinen Videos Emotionen?

Einer der absolut kraftvollsten „Emotionenerzeuger“, dem sich niemand entziehen kann, ist Musik. Musik hat echte Power: Sie kann mitreißen, beruhigen, aufwühlen oder Gänsehaut machen. Sie berührt uns im tiefsten Innern. Das hat damit zu tun, dass Musik auf alle Ebenen des Gehirns wirkt und dadurch einen direkten Zugang zu unseren Emotionen hat. Diese Kraft der Musik kannst du auch in Deinen Marketing Videos nutzen. Musik kann die Wirksamkeit eines Videos um Längen verstärken – wenn sie richtig eingesetzt wird.

Musik für Videos

Und wie wähle ich die Musik für Videos so aus, dass sie optimal unterstützt?

Viele trauen sich für ihre Videos erstmal gar nicht an Musik ran, weil sie unsicher sind, ob diese dann auch in ihrem Sinne wirkt. Der Respekt ist berechtigt: Wird Musik ungeschickt eingesetzt, kann diese leicht irritieren oder ablenken. Und allein schon bei der Auswahl der Musik fühlt man sich leicht erschlagen: So viele mögliche Stile – was sind denn nun die Kriterien für eine „gute“, das heißt für meine Message optimal unterstützende Musik?

Fange an mit einer entscheidenden Frage:

Was ist Dein Video Ziel? Du willst ja, dass die Leute, die Dein Video sehen, als Ergebnis eine bestimmte Handlung ausführen oder ihr Denken (gegenüber Dir) verändern. Dein Video soll im Zuschauer natürlich genau die Emotionen erzeugen, die ihn zu dieser Handlung oder dem gewünschten Umdenken führt. Auf dieser Basis stellt sich dann – egal ob Musik verwendet wird oder nicht – folgende Frage: Welche Emotionen braucht es beim Zuschauer im Laufe des Videos, damit es am Ende sein Ziel erreicht? Diese Emotionen kannst Du dann unter anderem mit Musik herstellen.

Schritt für Schritt zur passenden Musik

  • Schritt 1: Dein Filmziel klarmachen.
  • Schritt 2: Mache Dir bewusst, welche Emotion Du an welcher Stelle im Video erzeugen willst: Welche emotionale „Reise“ soll der Zuschauer im Laufe des Videos zurücklegen, damit er am Ende da ankommt, wo Du ihn haben willst?
  • Schritt 3: Musik aussuchen, die jeweils genau diese Emotionen erzeugt

Und woher weiß ich, ob die Musik auch die Emotion erzeugt, die ich beabsichtige?

Dazu braucht es eigentlich nur eins: Dein eigenes Gefühl. Musik zu einem Video hinzuzufügen gibt dem Video immer ein Stück von Deinem eigenen Stil mit. Du kannst darauf vertrauen, dass Dein eigenes Gefühl passt!

Ein Tipp für die Praxis: Mach eine Musik-Vorauswahl und lege dann die vorausgewählten Stücke auf verschiedene Tracks im Schnittprogramm. So kannst Du Dir leicht die verschiedenen Versionen in Kombination mit Deinen gedrehten Bildern anhören und spürst direkt, wie es zusammen wirkt. Spiel einfach mal damit: Teste total unterschiedliche Musik mit denselben Bildern – nimm zum Lernen am besten zwei, drei Extreme und spüre, was mit der Videowirkung jeweils passiert.

Soll ich Musik einsetzen in Videos, in denen ich selber vor der Kamera spreche?

Als der VideoPräsenz-Coach habe ich es in den allermeisten Fällen mit Kunden zu tun, die  sich in ihren Videos selber als Person präsentieren und in die Kamera sprechen. Daher hier noch ein paar Worte zum Einsatz von Musik in diesen sogenannten „Talking Head Videos“.

Gerade bei Talking Head Videos soll die Musik unterstützen, nicht dominieren oder ablenken. Darum: Prüfe genau, ob Musik bei so einem Video Sinn macht bzw. an welchen Stellen im Video sie es tun könnte. Ich habe schon Videos gesehen, in denen mich eine Person direkt anspricht und im Hintergrund klimpert Fahrstuhlmusik, weil „das macht doch Emotionen und dann kaufen die Leute…“ – So einfach funktioniert es nicht!

Gerade bei Talking Head Videos kann Musik schnell ablenken. Wenn Du Dich für Musik entscheidest, dann setze sie punktuell und ganz gezielt ein und  achte dabei besonders auf die Lautstärkeanpassung. Eigentlich selbstverständlich, aber es begegnet mir beim Anschauen von Videos immer wieder, dass die Musik schlicht zu laut ist – und so das Verstehen des eigentlichen Inhalts mühsam macht.

Und zu guter Letzt noch zwei Dinge, die Du unbedingt berücksichtigen solltest:

  • Die Frage des Stils: Techno oder Klassik – beide Stile können Spannung herstellen… aber: Achte bei der Musikauswahl auch darauf, dass der Musikstil im Sinne der Zielgruppe funktioniert und natürlich auch zu Dir passt. Je nachdem, wer Du bist und wen Du ansprechen willst, braucht es für dieselbe Emotion einen anderen Musikstil.
  • Und, ganz wichtig: Geh auf keinen Fall einfach durch Deine Musik-Sammlung und verwende irgendein Stück, ohne die Rechte zu klären! Dann kannst Du nämlich echte Schwierigkeiten bekommen… Weil das ein umfassendes Thema ist, gehe ich darauf in meinem nächsten Blogartikel ausführlich ein.

Jetzt bist Du gefragt: Lass mich unten per Kommentar wissen, wie Musik Dir hilft, Deine Videos wirkungsvoller zu machen oder welche Fragen Du zu dem Thema noch hast!

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Teil 2 und 3 der Mini-Serie “Musik für Video” findest Du hier:
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5 Responses to Wie Du die beste Musik für Videos auswählst

  1. Hallo Markus, schöner Artikel zur Musikauswahl. Ja, Musik kann sehr wirkungsstark sein. Hierzu eine kleine Anekdote: Als ich mal wieder sehr gemütlich – sprich langsam – mit dem Taxi in Berlin unterwegs war – während meines Informatik-Studiums besserte ich damit mein Bafög auf – baten mich neu eingestiegene Fahrgäste darum, eine ihrer Musikkassetten einzulegen. Da ich mich sehr für Musik interessiere tat ich das allein schon aus Neugier. Es war Techno im 120-er Beat. Nicht mein Geschmack aber es bewirkte, dass ich deutlich schneller durch die Stadt groovte. Dies wurde von meinen Fahrgästen mit der Bemerkung kommentiert: “na, funktioniert doch”. In diesem Moment wurde mir bewußt, dass mich meine Fahrgäste ohne Worte und nur mit Hilfe von Musik dazu bewegt hatten, schneller zu fahren. Dieses Erlebnis hat mich nachhaltig beeindruckt und zeigt, wie wirkungsvoll Musik sein kann. Gruß Edgar

    • Hallo Edgar,

      das ist eine schöne Geschichte! :-) Ja, Musik macht etwas mit uns, sie kommt einfach im ganzen Körper an und nicht nur das auch der Geist und die Seele werden angesprochen… – danke für diese Anekdote!

      Gruß
      Markus

  2. Corinna sagt:

    Lieber Markus,

    Du sprichst etwas für mich sehr willkommenes an.
    Ich wollte so gerne mit Musik auch meine HP unterlegen.
    Aber jetzt gar als geschmeidigen Tanz mit den Emotionen im Video – Volltreffer!!
    Ich möchte Dir auch mal so grundsätzlich danken für dein Engagement und zum Ausdruck bringen, dass Du hier einen brillanten Stil entwickelt hast.

    Bin megagespannt auf die Fortsetzung.

    Ein lebendiges & erfülltes weekend für alle.

    Herzlichst

    Corinna

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